Aus dem Vereinsleben

Der Stadtchor Weißwasser e.V. singt zur Adventszeit in Dresden

Kanada 2014
Lesen Sie hier erste Eindrücke unserer Kanada-Reise. Weitere werden folgen. In Kürze können Sie Bilder unserer Mitglieder in der Bildergalerie besichtigen.

Hier ein Artikel aus der Juni-Ausgabe der kanadischen Zeitung „Albertaner


Der Stadtchor hat ein Kochbuch
Mitglieder des Stadtchores Weißwasser haben ihre Lieblingsrezepte und Küchentipps in einem Buch zusammengetragen. Das Buch ist bei Mitgliedern des Chores erhältlich

Eine Dosis für meine Gesundheit
Abgespannt und etwas müde stehe ich da.Die Hand auf den Bauch gelegt, beobachte ich das Einatmen und Ausatmen. Intensiv fülle ich meine Lungen mit Luft, um sie anschließend in mehreren Stößen wieder rauszulassen.Ich schnappe nach Luft, meine Lippen formen ein O und ich lasse einen Hauch wohldosiert nach draußen.Dieser Vorgang wird mehrfach wiederholt.
In der folgenden Zeit hat meine Lunge viel Arbeit, die Lippen bewegen sich, der Mund öffnet und schließt sich wieder, mein Herz hüpft und meine Augen strahlen. Der ganze Körper gerät in Bewegung. Gelegentlich zuckt mein Zwerchfell auf und nieder. Was scheinbar ansteckend ist, denn bei der Frau neben mir wackelt auch der Bauch, ihre Wangen röten sich und es treibt ihr Tränen in die Augen. Zum Abschluss erfrischt ein Glas roter Wein meine Kehle. Abgespannt und müde?

Keine Spur.
Ich habe Kraft getankt, gehe fröhlich nach Hause und freue mich schon auf die Chorprobe in der nächsten Woche.
Anmerkung: Diese Medizin nehme ich seit vielen Jahren ohne Risiken und Nebenwirkungen.
Ich singe im Alt und halte mich dadurch jung.

Marlies Lützner

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!
Nach diesem Motto verfährt auch der Stadtchor Weißwasser in seiner Arbeit und insbesondere bei seinen Intensivchorproben. Seit Jahren führen wir diese Proben an einem Wochenende durch. Orte des Geschehens waren Reichwalde, Jüterbog und Weißwasser. Wir reisten Sonnabend früh an und Sonntag mittag wieder ab. Die Proben waren geprägt von gründlicher Einstudierung neuen Liedgutes sowie Festigung bereits bekannten. Neben unserem Chorleiter und seinen rührigen Helfern (wir probten auch getrennt nach Stimmlagen) hat uns Herr Professor Lehmann aus Dresden (Stimmbildung), der leider schon verstorben ist, das ,"Schöne und vor allem Ausdrucksvolle" versucht beizubringen. Nach seinem abschließenden Urteil waren wir gar nicht so schlecht; er geizte nicht mit Lob und so hat es allen viel Spaß gemacht. Wir sind uns auch einig darüber, daß Lieder, die man in der Intensivprobe erlernt, besser aufgenommen werden. Das möchte ich vor allen ,,Choreinsteigern“ empfehlen. Schon lange vor dem Chorlager entbrannte unter den Chormitgliedern ein richtiger Wettbewerb, wer wohl den besten Kuchen hacken kann, den leckersten Salat und die schmackhaftesten Suppen und Klopse zubereitet. Wir waren nämlich für unsere Verpflegung in Reichwalde selbst verantwortlich und brachten alle etwas Eß- und Trinkbares mit. Unsere Tafel war immer reichlich mit vielen Köstlichkeiten gedeckt. Hier hielt unser langjähriges Chormitglied Christine Herrmann (jetzt Ehrenmitglied des Vereins) den Dirigentenstab in der Hand; denn sie hatte ein einmaliges Organisationstalent und die erforderliche Übersicht. Natürlich haben wir auch Pausen zwischen den Proben gemacht und diese zu langen Spaziergängen in der schönen Umgebung unserer Heimat genutzt. Ob es nun die Teichlandschaft oder das Tagebaugelände um Reichwalde war, es war erholsam,und wir können sagen, unsere Lausitz ist schön.
An das Chorlager 1999 in Reichwalde erinnere ich mich besonders gern. Wir hatten gut gearbeitet und auch viel geschafft. Das Wetter war schön und wir entzündeten am Abend ein Lagerfeuer. Es wurde viel gesungen, gespielt und gelacht. Natürlich gab es auch mehrere gute Tropfen für die ausgedörrten Kehlen. Mit fortgeschrittener Zeit wurde es kühler und wir rückten ganz dicht zusammen, um uns gegenseitig zu wärmen und auch ein bißchen Wärme vom Lagerfeuer zu erhaschen. Ich glaube, so nahe waren sich die Chormitglieder noch nie und man fühlte sich in eine abenteuerliche Welt versetzt und spürte die Stimmung unseres Liedes "Zigeunerleben". Wer spät in der Nacht nochmals über den Gang unserer Herberge huschte, hörte aus diesem oder jenem Zimmer ein gemütliches, leises Schnarchen und ein gespenstisches Knarren der Betten. Am nächsten Morgen waren alle wieder gut gelaunt und aufnahmefähig für alte und neue Melodien.
Toni Engmann

Bilder vom Stadtchor
Jedes dieser Bilder hat seine eigene Geschichte. Immer wieder findet man neue Gesichter - andere nicht mehr. Im Laufe der Zeit hat es im Chor viele (personelle) Veränderungen gegeben.
Und doch ist es immer unser Stadtchor
Die Bilder sind hier nicht in thematischer oder chronologischer Reihenfolge zu sehen.






Geschichtliches
Aus den kleinen Heidedörfern Bela Woda und Hermannsdorf wurde vor genau 450 Jahren die Gemeinde "Weißwasser“ gebildet.
Die damaligen Einwohner lebten von der kargen Landwirtschaft. Erst in der Zeit um 1850, als die Braunkohle um Weißwasser als Energieträger interessant wurde und die Eisenbahnlinie Berlin- Cottbus- Görlitz gebaut wurde, begann die Industriealisierung in diesem Gebiet. Die ersten Gaswerke, ein Porzellanwerk und ein Elektrizitätswerk entstanden.
Mit der Jahreswende ins 20. Jahrhundert arbeiteten bereits 12 Glasbetriebe in Weißwasser. Es zählte mit zum größten Glasindustriestandort der Welt.
Im Jahr 1937 erhielt das ,,Lausitzer Glas“ bei der Konsumgüterausstellung in Paris, für Gläser die der Desinger Wilhelm Wagenfeld entworfen hatte, den 1. Preis (Grand Prix). Die schnelle Entwicklung der Industrie förderte den Wohnungsbau, die kulturellen und sportlichen Belange.
Der 2. Weltkrieg hinterließ den Bürgern der Stadt Weißwasser viele Trümmerberge. Die zerstörten Betriebe, die Eisenbahnbrücke und Wohnungen wurden wieder aufgebaut. Der wirtschaftliche Aufschwung,verbunden mit der verstärkten Nutzung der Braunkohle als Energieträger, ließ Weißwasser zu einer ,,Stadt mittlerer Größe“ wachsen. Mit der wachsenden Einwohnerzahl wuchsen die sportlichen und kulturelle Interessen der Bürger. Am 14.9.1977 wurde der gemischte Chor Weißwasser gegründet. Bis zum Jahre 1990 wuchs die Ausstrahlungskraft des Chores und die Qualität des Gesanges. Zahlreiche Urkunden belegen das. Im Jahr 1990 erfolgte dann die Vereinsgründung des Stadtchores Weißwasser als eingetragener Verein.
25 Jahre kann dieser Chor nun schon auf ein erfolgreiches Bestehen unter der künstlerischen Leitung von Rainer Wetzorke zurückblicken. Musikinteressierte Bürger aus den USA, England, Ungarn und Finnland wurden, bzw. sind während Ihres Aufenthaltes in Deutschland, Gastmitglieder des Stadtchores Weißwasser.
Die Städtepartnerschaften der Stadt Weißwasser mit den Städten Brühl, Semily und Zary führte auch zu entsprechenden Verbindungen mit den Chören bzw. musikalischen Einrichtungen dieser Städte,die durch gemeinsame Konzerte immer wieder vertieft werden. Anläßlich des 150 jährigen Bestehen der Chorvereinigung Brühl trat der Stadtchor Weißwasser zum Festakt in Brühl auf.
Auch gemeinsame Konzerte in Zary(Polen), Bad Muskau und Weißwasser mit dem Chor und der Musikschule der Stadt Zary waren ein Erfolg und bleiben bei allen Chormitgliedem und Gästen in Erinnerung.
Ein Höhepunkt des Vereinslebens war das Leistungssingen von Chören inLimburg/ Lahn vom 13.- 17.5.1999. Dort erreichten wir unter ca 50 Chören unserer Leistungsklasse einen beachtlichen 7ten Platz.
Aufgeschrieben von unserem Chormitglied Günter Wehner.


Unser Repertoire

Titel des Buches: Kein schöner Land
Untertitel:Mein Mädel hat einen Rosenmund
l.Kapitel: Es tönen die Lieder, denn der Baß,der fängt anKommt her,wir singen lauter lust'ge Lieder! Ihr Römer, füllt mit Schalle die Abendstille überall. Komm zurück,denn über allen Gipfeln ist Ruh,und freundlich kommt über uns die Frühlingszeit. Ich sag ade, o Täler weit im schönsten Wiesengrunde auf der Sonnenseite, denn bald heißt es: Ade nun zur guten Nacht, mein liebes Mädchen, Buschwindröschen.
2.Kapitel: Lob des Lebens
Brüder,reicht die Hand zum Bunde in einem Bächlein helle, seid gegrüßt, laßt euch empfangen von den zwei Hasen und dem Täuber, denn heut ist ein wunderschöner Tag. Deshalb laßt uns singen:Morgenstund hat Gold im Mund, doch wenn sich die Nacht still herniedersenkt, dann ist sie meist kalt und klar. Ach, bittrer Winter, denkt man dann schon wieder ahnungsvoll.

3.Kapitel: Yesterday



Sah ein Knab die Tanja, als er durchs Gebirge, durch die Steppen zog. Steppe, ach Steppe, seufzte er. Aber sie wollte nicht steppen. Ach Lieb, ich muß dich lassen, dat du min Leevsten büst, dat du wull weest. Zwar bringt das Lieben groß Freud, aber verschneit liegt jetzt die ganze Welt, ein kleiner Kuckuck ruft, ein Jäger jagt ein wildes Schwein, aber jetzt muß ich fort, denn bei uns ist ein Ros entsprungen, es brach drei dürre Reiselein und jetzt reiten wir geschwinde, um es zu suchen. Übrigens einen schönen Gruß vom König in Thule.

Bald endet auch dies schöne Jahr, und wenn dann die Lichter angezündet sind und wir auf Friedenswacht stehen, sagen uns alle: Guten Abend, schön Abend, dann bilden tausend Sterne einen Dom, es läuten die Glocken und es strahlt der goldne Lichterschein in einer Meierei.

Wir lieben sehr im Herzen das Tanzen und Springen, auch unter Spaniens Himmel oder weit unten am Swanee river, vor allem, wenn zwei Stern am hohen Himmel stehen, aber bald kommt der Sommer wieder lachend übers Feld.

4.Kapitel: Vom Himmel hoch,lieb Nachtigall



Im Schatten des Waldes ging ein Weiblein ans helle Wasser, auf einem Baum saß ein Kuckuck, ein kleines Waldvöglein flog herum. Er sprach zu ihr: Heißa, Kathreinerle, wir lieben das Leben und den Frieden wie das eigne Leben und sind für den Frieden der Welt. Ich sage dir immer wieder: Ein neuer Tag will Frieden singen an dem Tag, dem die Nacht erlag. Hebt eure Fahnen in den Wind und preiset den großen, den ruhmvollen Sohn, denn der rührte an den Schlaf der Welt, um die ein rotes Band geht. Und dann kommen wir alle und gratulieren. Und noch etwas: Ich bitt dich, schreib mir die C-Skala auf, denn sonst können wir nicht mehr unsere lateinischen Lieder singen: Ave verum, Odi et amo, Dona nobis pacem, Viva la musica und Artium suprema est.





Wieviel Titel sind das? (Übrigens, das ist nur ein Teil der Lieder, die im Laufe von 25 Jahren einstudiert wurden)


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