Aus dem Tagebuch eines
Kanada-Reisenden
18.04.2014
Mit dem Bus ging es nach Dresden. Auf dem Flughafen erfolgte das Einchecken und der Gang durch die
Sicherheitskontrolle. Elektronische Geräte, Flüssigkeiten und so weiter.
Plötzlich - STOPP!
Unbekannte Gegenstände erforderten eine sofortige gesonderte Überprüfung auf
SPRENGSTOFF!
Aber keine Panik. Das gleiche Spiel wieder in Frankfurt. Doch mit Gelassenheit, Ruhe und Humor ging die
Reise los. Kein Sprengstoff - die Reise kann beginnen. Was dann folgte, war ein 34-h-Tag bis zur
Landung in Vancouver. Bei 9h Zeitunterschied dauerte der Flug ungefähr nur eine Stunde.
Wir kommen!
19.04.2014
Nacht: Der Körper will wach sein, muss aber schlafen - ist das Jetlag?
6.00 Uhr Wecken, 7.00 Uhr Frühstück.
Kennenlernen von Vancouver während einer Stadtrundfahrt. Es gibt 2 Gruppen in 2 Bussen.
Bin im “Gelben Bus”. Wir erfahren viel über die Gründung von Vancouver und über das schwierige
Zusammenleben von Einwanderern und den “First Nation”. Kulinarisch ist alles vom Feinsten. Lachs - den
sollte ma unbedingt an der Westküste essen. Langsam gewöhnt man sich an den verschobenen
Tagesrhythmus. Morgen geht es nach Whistler. Gute Nacht.
20.04.2014
FROHE OSTERN
8.00 Uhr Frühstück. Danach Fahrt nach Whistler. Koffer packen und nichts und niemenden vergessen -
gezählt wird immer im Bus. Heute ist der erste Auftritt geplant.
Kurz nach der Ankunft sofort zum Auftrittsort. Plakate ind ausgehängt. Aber wir haben gleich das Gefühl,
dass es schwer wird, vielen Gästen unser Programm vorzusingen. In Whistler wird zur gleichen Zeit ein
Event für Jugendliche, vor allem Snowboarder, zelebriert. Da werden wohl nicht viele kommen. Das
bewahrheitet sich auch - aber diejenigen, die unser Konzert besuchen, waren begeistert. Erster Auftritt
geglückt. Weitere werden folgen.
Zum Abendbrot gab es Schnitzel - satt. Gute Nacht und Koffer packen. Morgen geht es nach Sun Peaks.
21.04.2014
Wir fahren auf der “Duffy-Lake-Road” nach Sun Peaks. Der Ort empfäng uns mit Regen und
geschlossenen Geschäften. Hier ist die Saison seit Anfang April beendet. Im Hotel hängt ein Plakat, das
verkündet, dass  heute Abend ein Konzert mit uns stattfindet. Als wir in der Hotelgaststätte eintreffen -
eher ein Pub - sind schon einige Zuschauer vor Ort. Es sind schon mehr als gestern. Jugendliche sind
sehr interessiert an unserer Musik. Einer versuchte zu stören, wurde aber vom Wirt (mit einem Glas Bier)
des Raumes verwiesen. Das war schon ebemerkenswert. Am Abend wurden wir von Nancy Green und
ihrem Mann begrüßt. Nancy Greene war 1968 Olympiasiegerin und hat sich um den kanadischen Sport
große Verdienste gemacht. Sie ist Senatorin in Ottawa, lässt es sich aber nicht nehmen, Gäste iher
Heimat persönlich zu begrüßen, wenn es ihre Zeit erlaubt. Wir hatten das Glück, dieser sympathischen
Frau zu begegnen.
22.04.2014
Heute geht es nach Jasper. Ab jetzt gibt es English Breakfast.
 Geografisch ändert sich einiges. Waren wir bis hierher in den Coast Mountains fahren wir nun in die
Rocky Mountains. Das Wetter ist nicht so toll - Nebel und Nieselregen.
Das Abendbrot - ein 3-Gang-Menü - war sehr gut und reichhaltig. Überhaupt entpuppt sich die kanadische
Küche insgesamt als sehr schmackhaft und reichhaltig.
Und hier eine kleine kanadische Tierkunde:
elk - Hirsch
noose - Elch
deer - Reh
Während des Abendbrotes zeigten sich zum ersten Mal Wildtiere: Wapities („weißes Hinterteil“). Etwa 30
dieser Tiere belagerten den Bahndamm gegenüber dem Hotel.
Nach einer abendlichen Chorprobe kam die “schlechte Nachricht”:
Wegen einer zu dieser Jahreszeit nicht unüblichen Straßensperrung können wir keine geplante
Gletscherfahrt unternehmen - SEHR SCHADE
23.04.2014
Statt 300 km im Bus mit SNOWCOACH-Fahrt auf einem Gletscher gibts 800 km. Und das alles im Bus.
Unser Busfahrer nimmts gelassen. Mit der gleichen Gelassenheit reagieren die Einheimischen, als wir
ihnen bei einer Rast von der Sperrung auf der Gletscherstraße berichten: “Ja das kommt vor.”
Wir lernen die Hügellandschaft, die “Foot-Mountains”, kennen. Wir sind in Alberta, dem Land mit Erdöl
und -gas. Und die Förderung findet hier überall unterwegs statt: Ölpumpen auf dem freien Feld. Apropos
Erdöl. Auf einer der Straßen überholten wir einen Truck mit 10 Reifen. Jeder hat einen Durchmesser von
etwa 4 m (der Bus kam gerade so vorbei). Diese Reifen haben noch eine lange Fahrt vor sich. Im Norden
von Kanada wird Öl-Sand abgebaut. Daraus wird dann Öl gewonnen. Die Trucks benötigen diese Reifen,
denn nach ungefähr 3 Monaten sind die Reifen abgefahren. (Zusatz von Peter, unserem Busfahrer: Jeder
Reifen kostet zwischen 16000 und 20000 CD.)
Canmore empfängt uns mit herrlichem Wetter. Die Stadt liegt zwischen zwei Gebirgsketten der Rocky
Mountains. Die Sonne scheint, es weht ein gleichmäßiger kühler, trockener Wind und wir haben ständig
Durst. ZumAbendbrot gibt es Alberta-Steak als Surf and Turf - köstlich.
24.04.2014
Aufstehen mit herrlichem Blick auf die Rockies. Die Sonne geht auf und die Bergwipfel erscheinen in rot-
orangem Licht. Unter uns fährt ein Zug vorbei. Das dauert (bei über 100 Waggons) etwa 20 Minuten.
Heute gehts nach Calgary.
Auf dem Weg dorthin fahren wir in eine Ranch. Nach einer Line-Dance-Übungsstunde gibts es Buffolo-
Burger. Weiter gehts nach Calgary.
Einchecken. Chorkleidung nehmen, Notenmappe nicht vergessen.
19.00 Uhr Auftritt vor gefüllten Konzertsaal
Alles das wiederzugeben, was an Emotionen aufkam, würde den Rahmen dieses kurzen Reiseberichtes
sprengen. Zusammengefasst:
EINFACH TOLL
Abends wurde alles an der Hotelbar ausgewrtet
25.04.2014
Ein Tag Calgary
Nach Shopping in Calgarys innerstätischer Einkaufszone sind wir um 12.00 Uhr in der City Hall und
singen dort. Während der Besichtigung des Plenarraumes der Stadt kommt Calgarys Bürgermeister,
Naheed Nenshi. Dieser übergab unserem Oberbürgermeiste, Torsten Pötsch, einen weißen Hut.
Was es mit so einem Hut auf sich hat? Dieser ist jedesmal eine Maßanfertigung und er wird nur verliehen,
wer sich um die Belange der Stadt verdient gemacht hat.
Der Abend war besonders stimmungsvoll. Unser Gastgeberchor aus Calgary hatte uns eingeladen.
Gemeinsamer Gesang, gemeinsames Essen sowie viele Einlagen beider Chöre ließen den Abend schnell
vergehen und unvergesslich machen.
26.04.2014
Früh ging es nach Banff. Dort waren wir in einem First-Nation-Laden. Alles authentisch!
In einem Einkaufszentrum gaben wir ein kleines Konzert, dessen Auftakt ein Flash-Mob unseres Chores
war. Am Abend waren wir im Österreichisch-Kanadischen-Club auf Einladung des deutschen
Ehrenkonsuls in Calgary. Auch hier gaben wir ein Konzert. Beim Essen kamen wir mit dem Konsul ins
Gespräch und erfuhren, dass es viele Deutsche gibt, die Hilfe bei der Einwanderund nach Kanada finden.
27.04.2014
Heute gehts zurück. Bis zum Nachmittag haben wir Freizeit. Und die nutzten wir zum ... Einkaufen.
Die Kanadier kaufen am Wochenende ein. So wundert es nicht, dass die “Malls” am Sonntag geöffnet
haben. Alles ein bisschen größer - ein bisschen mehr. 500m lange Außenfassaden und das mehrfach
hintereinander - auf jeder Straßenseite.
Ach ja- nach Deutschland zu telefonieren war gar nicht so einfach und kann schon mal einen
Polizeieinsatz hervorrufen. Nach Deutschland gibts die Vorwahl 01149. Aber, wenn man vom
Hotelzimmer aus anrufen möchte, muss man eine 9 davor wählen. Und dann gibt es Hotels, aus deren
Zimmern man gar nicht ins Ausland telefonieren kann. Und so entsteht die Nummernfolge
911
Und das ist der kanadische Polizei-Notruf. Der Sherriff kommt sofort - aufs Zimmer.
Aber alles ging gut.
Um 15.00Uhr gehts los zum Flughafen. Uns stehen Einchecken und Sicherheitsuntersuchungen bevor.
Bin ich wieder mal dran? Es werden schon Wetten abgeschlossen. Ich habe meine verloren, wurde nicht
mit einer Sonderbehandlung bedacht. Vor uns liegt ein 9-stündiger Flug. Müde sind wir alle. Es war alles
doch sehr anstrengend. Das wird uns jetzt bewusst. Manchmal schaue ich aus dem Fenster:
stundenlange Morgendämmerung mit phantastischen Bildern über Grönland und Island.
Der Flug geht in den nächsten Tag. Wieder steht uns ein Jetlag bevor. Na gut, auch das nehmen wir in
Kauf.
28.04.2014
Die Uhren mussten umgestellt werden (In welcher Zeit leben wir?). Wir sind wieder in Deutschland. Nach
dem Koffer-Roulette kommen wir zum Zoll - aber niemand wollte uns hier sehen. Zeit gespart.
Mit dem ICE geht es nach Dresden (meine erste ICE-Fahrt). Hier wartet schon der Bus auf uns. In
Weißwasser angekommen gibt es nur noch eines: Taxi rufen und ab nach Hause. Alles klappt wie am
Schnürchen. Das Bett wartet. Wenn da nicht der Jetlag wäre.
Der Körper braucht doch länger als es der Verstand gerne hätte.
Ja das wars - vorest. Vielleicht fällt mir ja noch mehr ein und es folgt ein weiterer Bericht.
An der Fotogallery wird gearbeitet
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